Little cornerstones #2
Meine Vision vom Leben – oder die Vision der anderen leben?
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Das eigene Leben vs. ein Leben für die anderen
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Ich sitze im sehr kalten Hamburg am Schreibtisch und schaue aus dem Fenster: Immer noch liegt viel Schnee in der Stadt – inzwischen jedoch mit vielen Spuren, die sich vor allem auf den Eisflächen tief eingegraben haben und echt next level an Herausforderung sind.
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Sehnsucht nach Sonne – und Tennis
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Daher habe ich mich am Wochenende und auch zwischendurch letzte Woche ein bisschen nach Sonne und Wärme gesehnt und fand eine willkommene Abwechslung, im Fernsehen die Australian Open bei über 40 Grad und Sonnenschein anzuschauen. Okay, wärmer wurde mir nicht wirklich – aber die Spiele, sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern, fand ich beeindruckend.
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Mir war bis vor Kurzem gar nicht so klar, wie vertraut mir der Sound der einzelnen Ballwechsel und auch die Psychologie von Matches sind. Da ich einen Großteil meiner Jugend und teilweise auch meiner Studienzeit auf dem Tennisplatz verbracht habe, kann ich Spiele dann doch sehr schnell lesen und mich hineinversetzen. Und ich merke gerade jetzt in diesem Moment, wie sehr ich Tennis liebe – und vielleicht auch ein bisschen vermisst habe.
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Aktuell bin ich dabei, meinen Rücken auf Vordermann zu bringen, um vielleicht im Sommer wieder ein paar leichte Bälle schlagen zu können.
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Der stärkste Gegner ist in deinem Kopf
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Was sich bei den Australian Open nicht geändert hat und bei allen Spielen zu beobachten ist: die Selbstgespräche der Spieler:innen.
Timothy Gallwey, Tenniscoach der 70er- und 80er-Jahre, hat dieses Phänomen analysiert und darüber viele Bücher geschrieben.
Seine zentrale Erkenntnis:
Der stärkste Gegner steht nicht auf der anderen Seite des Netzes, sondern ist in unserem Kopf.
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Er unterscheidet zwischen zwei inneren Anteilen:
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Inneres Selbst 2: das Ich, dem wir vertrauen können
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Inneres Selbst 1: unser innerer Kritiker, der selten zufrieden ist​
Die Kritik von Selbst 1 führt dazu, dass Selbst 2 sich selbst nicht mehr vertraut – und immer lauter wird, wenn wir eine Vorhand verschlagen oder einen Volley ins Netz donnern.
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Gallweys Ansatz: die Konzentration und den Fokus auf das Wesentliche lenken, um uns selbst zu vertrauen und Selbst 1 beruhigen.
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Seine berühmte Formel lautet:
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Leistung = Potential – Störung
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Unser volles Potential können wir also nur dann entfalten, wenn wir die Störungen reduzieren – indem wir mehr auf unser Selbst 2 hören und ihm vertrauen.
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Von Tennis zu Leben
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Dr. Petra Bock, bei der ich aktuell meine Master-Coaching-Ausbildung absolviere, hat diese Formel mit ihrem Kerngedanken auf unser Handeln im Alltag übertragen.
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Es gibt sogenannte „Störungen“, die uns daran hindern, Dinge zu tun, obwohl wir sie eigentlich tun wollen. Kleine, leise Stimmen, Gedanken oder Gefühle, die uns davon abhalten, das Gaspedal durchzudrücken und in den Tun-Modus zu wechseln.
Petra Bock nennt sie „Mindfucks“ und unterteilt sie in sieben Kategorien.
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Die Kernfrage lautet: ist das, was wir glauben oder fühlen, wirklich wahr?
Nur weil wir etwas denken oder annehmen, heißt das noch lange nicht, dass das auch wirklich stimmt.
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Dabei gilt es zu differenzieren zwischen echten Tatsachen und alten Denk- und Fühlmustern aus einer anderen Zeit. Letztere versuchen, uns in der vermeintlichen Zone der „Sicherheit“ zu halten. Sobald wir sie verlassen wollen, gehen die inneren roten Gedanken- und Fühl-Lichter an.
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Genau hier ist es aber extrem hilfreich, dem auf die Spur zu gehen, da hier großes Entwicklungspotential liegt.
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Warum Coaching?
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Schlußendlich war das einer der Gründe, warum ich mich für diese Master-Ausbildung entschieden habe: schon lange beobachte ich, dass es gleiche oder sehr ähnliche Muster gibt, die uns davon abhalten, Dinge anzugehen – obwohl wir das eigentlich wollen.
Und das völlig unabhängig von Alter, Herkunft oder Bildung.
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Eigene Blockaden – ein persönliches Beispiel
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Und mal ehrlich: Ich selbst kenne diese Blockaden nur zu gut.
Nach meinem Studium und ersten beruflichen Stationen landete ich in einer Kanzlei für Musik- und Urheberrecht. Inhaltlich genau mein Ding: Musik, Comedy, Entertainment, Fernsehen, Medien. Und ja – es war auch keine klassische Anwaltskanzlei.
Trotzdem gab es Dinge, die mich nicht ganz glücklich gemacht haben. Irgendwann stand ich vor der Frage, ins Management von Künstler:innen zu wechseln – etwas, das mich in meiner Vorstellung viel mehr erfüllt hätte.
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Doch dann kamen die inneren Stimmen:
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„Das kannst du doch nicht machen.“
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„Ich habe Jura studiert, dann muss ich auch darin arbeiten.“
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„Was sagen denn die anderen?“​
Wir wissen, wie es weiterging: ich bin meinem Wunsch nachgegangen mit einem für mich stimmigen Weg des "sowohl als auch": Ich habe meine Managementfirma gegründet und gleichzeitig meine eigene Kanzlei eröffnet. Es gibt selten nur ein entweder–oder.
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Heute weiß ich, dass diese Stimmen ganz typische, klassische Blockademuster waren.
Blockaden in Führung mit Auswirkungen auf das Leben
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Ein weiteres Beispiel aus dem Coaching:
Eine Führungskraft sagte mir, er müsse als Erster im Büro sein und als Letzter gehen – schließlich sei er Geschäftsführer.
Im Gespräch stellte sich heraus, dass er eine alte, verinnerlichte Regel mit sich trug:
„Als Führungskraft muss man vor allen anderen da sein und darf erst gehen, wenn alle gegangen sind.“
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Wir haben dieses Muster im Coaching hinterfragt und damit einen großen inneren Knoten gelöst. Dadurch konnte er sein Potential als Führungskraft deutlich stärker entfalten, eine neue Sichtweise auf den Umgang mit seinen Mitarbeitenden entwickeln und Führung neu denken.
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Das wirkte sich nicht nur auf seine Rolle in seiner Firma aus, sondern auf sein gesamtes persönliches Leben.
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Das Ziel von Coaching
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Genau das finden wir im Coaching heraus:
Einen individuellen, stimmigen Weg, der den Bedürfnissen des Coachees entspricht.
Keine Schablone. Kein Maßanzug von der Stange. Sondern eine persönliche Lösung, um das volle Potential zu entfalten, das in jeder und jedem von uns schlummert.
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Damit wir unser eigenes Leben leben – und nicht das der anderen oder das unserer Blockaden.
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Gerade in unserer heutigen Zeit ist das wertvoller denn je. Die Welt im Außen ist schnell genug. Umso wichtiger ist es, gut auf die eigenen Ressourcen und den ureigenen inneren Kompass zu achten – und nicht auf innere Stimmen zu hören, die uns kleinhalten und von unserer Entfaltung abhalten wollen.
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Lust auf ein neues Match?
Wenn du Lust hast, für dich zu einem neuen Match aufzuschlagen und ein neues Spiel zu starten, dann melde dich gerne bei mir.
